Monsters: Menendez Brüder

Thrill-Level: 8,5 • Gesamt: 9,1 • True Crime/Drama • 3 Staffeln • 2024 • Netflix Original • 18 FSK 

Hinweis: Die Serie gehört zur Monster-Reihe, die sich pro Staffel mit realen Kriminalfällen beschäftigt.

ACHTUNG: Dieser Beitrag behandelt sensible Themen. Wenn du dich dabei unwohl fühlst, solltest du den Artikel lieber NICHT lesen.

Handlung

Zwei Brüder, ein Mord. Hinter der Tat: Eine schockierende Familiengeschichte…

Basierend auf wahrerer Begebenheit, ereignet sich im Jahre 1989 ein ein tragischer Vorfall, als die Brüder Lyle und Erik Mendes ihre Eltern in deren Villa erschießen. Nach der Tat führen die Geschwister ihr Leben zunächst unbeschwert fort, bis sie bei den Ermittlungen verstärkt in den Fokus rücken und sich schließlich vor Gericht verantworten müssen.

IMG_4652

Neben genaueren Details über die Tat wie beispielsweise deren Vorbereitung, stehen besonders die familiären Hintergründe im Mittelpunkt der Verhandlung. So kristallisiert sich heraus, dass Lyle und Erik angeblich unter jahrelangem Missbrauch ihrer Eltern gelitten haben. Vor allem Erik scheint unter schwerwiegendem Trauma zu stehen, indem er im Verlauf der Gerichtsverhandlung immer stärker zerbricht. Die Anklage hingegen sieht jedoch das Motiv der Habgier, dem die Mehrheit der Jury zustimmt und die Brüder somit lebenslang verurteilt werden. Am Ende der Serie bleibt die Frage nach der moralischen Bewertung der Schuld dieser Tat offen. Zurück bleibt lediglich eine zwischen Verständnis und Abscheu gespaltene Gesellschaft.

Äußerst bemerkenswert ist Cooper Kochs intensive Darstellung von Erik.
Insbesondere zeigt sich dies in Episode fünf „Missbraucht“ durch seine Gestaltung des innerlichen Zugrundegehens. Zudem unterstützen die filmischen Mittel diese Inszenierung. Denn die 36 Minuten dauernde Szene enthält keinen Schnitt.
Stattdessen zoomt die Kamera von der Anwältin langsam zu Erik, wodurch sein innerlicher, psychischer Kampf nach außen hin visualisiert wird. Die Mimik und Gestik des Schauspielers — jede kleine Bewegung, jeder Blick — bringt vollste Verzweiflung zum Ausdruck. Wahrscheinlich sind die Vorbereitungen für den Film enorm gewesen, da für das Publikum die Intensität und Präzision, die in diesem Auftritt des Schauspielers steckt, spürbar wird. Insgesamt schafft Cooper es somit, Eriks Angst, Schuld und Zerrissenheit mitzuempfinden.

Entdecke mehr über den Schauspieler

Licht, Farben und Musik werden in der Serie fein nuanciert eingesetzt. Von beginnenden hellen, sonnigen Szenen hin zu düsteren, tristen Bildern spiegeln diese Elemente den Verlauf der Handlung und den inneren Untergang der Protagonisten wider. Durch die Musik und der Kameraführung wird sowohl Spannung als auch innere Tiefe erzeugt, ohne dass die ZuschauerInnen zu viele brutale Szenen von Gewalt und Missbrauch zusehen bekommen. Die Perspektiven von Beobachter-Innen und die Integration der Medien verstärken die narrative Wirkung und tragen gleichzeitig zur abschwellenden Sexualisierung der sensiblen Thematik bei.

Thrill-Level

Wie bereits unter dem Punkt Charakter & Schauspiel deutlich geworden ist, kann man sich gut in die Handlung hineinversetzen und somit mitfiebern. Des Weiteren regt sie zum eigenen Nachdenken über Moral und Schuld an. Manchen Szenen wirken allerdings etwas in die Länge gezogen, da sie ihre Wirkung erst langsam entfalten, sodass vereinzelt die emotionale Entwicklung noch intensiver sein könnte.

Thrill-Level
8,5

Gesamt

Die SchauspielerInnen leisten eine hervorragende Arbeit, womit die Serie mit emotionaler und stilistisch starker Atmosphäre glänzt. Allerdings sind meiner Meinung nach manche Szenen unnötig in die Länge gezogen worden.
Auch das etwas offene Ende lässt einen fragend zurück und es stellt sich die Frage: „War das jetzt wirklich schon alles?“ Was natürlich wiederum zugleich das eigene Denken anregt. Trotzdem überwiegt die starke Darstellung und der allgemeine Bann, in dem man beim Zuschauen gezogen wird.
Gesamt
9,1

Fazit

„Monster“ ist für mich eine tragische, erschütternde, intensiv erzählte Serie, die Schuldfragen, familiäre Konflikte und psychische Belastung auf beeindruckende Weise darstellt. Vereinzelte Szenen hinterlassen ein vor Entsetzen — entstehd durch der bewegenden Verzweiflung Eriks — sprachloses Gefühl, das wegen Cooper Kochs grandiosen, schauspielerischen Leistung lange Spuren im Kopf der Zuschauerlnnen hinterlässt. Das vergleichsweise schlichte Ende ist nötig, um all das Drama etwas zu dämpfen, sodass ein etwas weniger verstörter Eindruck bleibt. Nach dem Anschauen dieser Serie empfinde ich ein bewegtes, nachdenkliches und sogleich erschütterndes
Gefühl.

Serienaussicht

In der „Monsters“ Reihe erscheinen weitere Fortsetzungen über wahre Verbrechen. So kam kürzlich Staffel 3 heraus, die den Fall des grausamen Serien Killers Ed Gein behandelt. Auch für Staffel 4 gibt es bereits die Bestätigung, dass die Geschichte von Lizzie Borden hierfür fungieren soll. Außerdem bestehen weitere Mutmaßungen darüber, ob in weiteren Staffeln der Menéndez-Mord oder andere True-Crime-Fälle vertieft werden könnten. Somit bleibt die Reihe offen für neue Geschichten, die wahre Verbrechen zwischen Faszination und moralischen Fragen präsentiert.

Entdecke Marys düstere Serie

Communityfrage an dich!

Wer trägt die größere Verantwortung für die Tragödie – die Eltern oder die Brüder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen